Nachruf auf Erich von Däniken

Nachruf 

Auf den Schweizer
Sachautor und Vortragsredner Erich von Däniken
(1935-2026)

Portrait 1 des Autors Erich von Däniken.
Portrait 1 des Autors Erich von Däniken *

(O. F.) Nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus ist am 10. Januar 2026 der Autor, Vortragsredner und Moderator Erich von Däniken im Alter von 90 Jahren verstorben. Diese Nachricht löste nicht nur bei seiner Familie, Freunden und Weggefährten Trauer und Bestürzung aus, sondern vielmehr auch bei Millionen von Lesern und TV-Zuschauern weltweit.

Die frühen Jahre

Erich von Däniken, dessen vollständiger Name Erich Anton Paul von Däniken lautete, wurde am 14. April 1935 in Zofingen/Schweiz geboren. Bereits während seiner gymnasialen Zeit am Kollegium St. Michael in Freiburg im Üechtland/Schweiz, ein Internat des Jesuitenordens, interessierten ihn Fragen der Archäologie, Theologie und Philosophie. Bereits während seiner Schulzeit bekam Erich von Däniken Zweifel, bei der Lektüre historischer und biblischer Schriften, die er im Unterricht aus dem Lateinischen bzw. Griechischen als Hausaufgaben übersetzen musste, ob die geläufigen und allgemein anerkannten Darstellungen und Interpretationen dieser zutreffend seien.

Ein Beispiel für solch einen Text kann etwa im Buch des Propheten Hesekiel (Ezechiel) im Alten Testament gesehen werden. Wenn Gott ein allmächtiges Wesen sei, so eine seiner Überlegungen, dann benötige dieser doch kein Luftfahrzeug mit Rädern, um einen Menschen zu sich zu holen. Der Same des Widerspruchs war geweckt und der Anstoß für seine Wahrheitssuche gelegt. In Erich von Däniken reifte die Überlegung, dass die Menschheitsgeschichte anders gewesen sein könnte, als es die etablierte Wissenschaft präsentiert.

Ausbildungen und sein Durchbruch als Sachautor mit seinem Werk: Erinnerungen an die Zukunft

Im Anschluss an seine Schulzeit absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Koch und Kellner. Daran knüpften unterschiedliche Tätigkeiten in der Gastronomie- und Hotelbranche an. Seine Leidenschaft und Neugier für die großen Fragen der Menschheitsgeschichte waren dabei ungebrochen. Deshalb verwundert es nicht, dass er seine Suche nach Antworten, neben seinem Brotberuf, in seiner knappen Freizeit verfolgte. Seine Überlegungen und Einsichten, die er unter anderem beim Lektürestudium und durch Reisen gewann, führten zu journalistischen Artikeln und letztendlich zu seinem Werk: „Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit“ (1968). Im Rückblick legte dieses Sachbuch, welches ein Best- und Longseller werden sollte, den Grundstein von Erich von Dänikens globalen Erfolg als Sachautor und Vortragsredner. Insgesamt sollten 49 Bücher von ihm erscheinen in einer Auflage von ca. 80 Millionen Exemplaren weltweit. Die in über 30 Sprachen übersetzt wurden. Im Verlauf von etwa 60 Jahren hielt Erich von Däniken unzählige Vorträge, Interviews und war zu Gast in einer Vielzahl von Talkshows.

Die spekulative Hypothese

Dabei vertrat er stets mutig und entschlossen die Hypothese, dass in der frühen Menschheitsgeschichte fremde Wesen von den Sternen auf die Erde herniederkamen und die Menschen in ihrer Entwicklung (Gesellschaft, Kultur und Bildung sowie Wissenschaft) beeinflussten. In dieser Beziehung erklärte von Däniken, dass diese fremden Wesen den damaligen Menschen, welche diese fälschlicherweise als Götter betrachteten, versprachen, dass sie eines Tages erneut die Erde besuchen würden.  Für seine Annahmen zog er unter anderem Mythen und Legenden aus aller Welt sowie historische Dokumente und biblische Texte zu Rate, die er gegen den Strich las und deutete. Auch, verwies er auf monumentale Gebäude, wie etwa die Pyramiden in Ägypten, die in einer Präzision erbaut seien, die Zweifel daran lassen, dass Menschen auf Steinzeit-Niveau diese gebaut haben könnten.  

Die Perspektive von Däniken wird heute im Allgemeinen als Prä-Astronautik bzw. Paläo-SETI genannt. Seine Erläuterungen und Schlussfolgerungen polarisierten oft und forderten die etablierte Wissenschaft heraus. Gleichzeitig forderte er ebenso seine Leserschaft heraus, ihm nichts zu glauben, sondern vielmehr, selbst hinauszugehen und seine Überlegungen und Schlussfolgerungen zu überprüfen.

An diesem Punkt ist anzumerken, dass von Däniken keineswegs der erste Autor war, der über einen möglichen Kontakt zwischen fremden Wesen von den Sternen und der frühen Menschheit schrieb. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieben eine Reihe von Autoren über diese Thematik. An dieser Stelle sollen nur der bekannte US-amerikanische Autor Charles Fort oder sein französischer Kollege Robert Charroux beispielhaft genannt werden, die bereits darüber spekulierten.

Wissenschaftliche Ablehnung

Auch, wenn nicht jeder mit Erich von Dänikens Hypothesen, Argumenten und Belegen sowie den hieraus abgeleiteten Schlussfolgerungen einverstanden gewesen ist, so war er doch ein kritischer Denker. Er wies auf Widersprüchlichkeiten in den anerkannten wissenschaftlichen Theoriemodellen und Interpretationen hin und erhob Einspruch. Vor diesem Hintergrund konnten sich neue Perspektiven auf das Thema der frühen Menschheitsgeschichte entwickeln. Auch, wenn diese Ansichten kaum Widerhall in der etablierten Wissenschaft fanden.

Begeisterung und Ehrungen  

Sein Werk fasziniert seit Jahrzehnten Millionen von Leserinnen und Lesern auf der ganzen Welt. Gleichzeitig inspirierte er eine Reihe von Autoren, wie zum Beispiel Johannes und Peter Fiebag, Lars A. Fischinger oder Robert Fleischer zu ihren Arbeiten. Ausgehend von seinen Überlegungen wurde zum Beispiel die unvergessene, 25-teilige SAT-1 TV-Dokumentarserie: „Auf den Spuren der Allmächtigen“ (1993) produziert. Aktuell begeistert die TV-Dokumentarreihe: „Ancient Aliens“ eine Vielzahl von Zuschauern.

Seine langjährige Arbeit wurde unter anderem international anerkannt, wie etwa durch folgende Auszeichnungen:

    • 1975 – Ehrendoktor der Universidad Boliviana (Peru)
    • 1987 – Ehrenmitglied des Ordens „Cordon bleu du Espirit“
    • 2004 – Word Explorer Preis des World Explorer Clubs

Erich von Dänikens Erfolgsgeheimnis

Worin lag das mögliche Erfolgsgeheimnis von Erich von Däniken? Er war ein freier Geist, kritischer Denker und mutiger Fragesteller. Seine durchaus spekulativen Antworten auf die Geschichte der frühen Menschheit formulierte er keineswegs im akademischen Kauderwelsch. Seine veröffentlichten Arbeiten sind in einer klaren und verständlichen Sprache formuliert. Er war ein Autodidakt und Amateurforscher, der sich seine Erkenntnisse selbstständig aneignete und eigenständige Schlussfolgerungen zog. Der sich bewusst war, dass auch er Fehler machen konnte, und zu diesen Fehlern stand. Erich von Däniken nahm seine Leserschaft stets ernst. Sein mitnehmender Schreibstil zog seine Leserschaft zumeist in seinen Bann. Nur übertroffen durch seine mitreißenden Vorträge. Und es gelang ihm schließlich, über die Jahrzehnte, die Ideen der Prä-Astronautik erfolgreich zu popularisieren und im Mainstream zu etablieren.

Abschließend ist festzuhalten, dass Erich von Dänikens Vermächtnis in der Forschungsgemeinschaft für Archäologie, Astronautik und SETI (kurz: A.S.S.), der Erich von Däniken Stiftung und seiner Leserschaft zukünftig gepflegt wird.

Quellen:
*
Erich von Däniken (Portrait 1) aus dem offiziellen Pressematerial  der Webseite. Das Farbfoto wurde in schwarz/weiß geändert O. F. – Abgerufen unter: https://daniken.com/biografie/ – Abgerufen am: am 21. Januar 2026.
1.) Offizieller Nachruf auf Erich von Däniken. Verfasst von den Mitwirkenden der A.A.S. GmbH und der Redaktion des Magazins „Sagenhafte Zeiten“. Abgerufen unter: https://daniken.com/wp-content/uploads/2026/01/Nachruf_EvD_offiziell.pdf – Abgerufen am 21. Januar 2026.
2.) Kathrin Hondl: „Buchautor Erich von Däniken ist tot“ (Webartikel vom 11. Januar 2026)). Abgerufen unter: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/von-daeniken-gestorben-100.html – Abgerufen am 21. Januar 2026.
3.) SRF News: „Erich von Däniken: Der Schweizer Bestsellerautor ist tot“ (Webartikel vom 13. Januar 2026). Abgerufen unter: https://www.srf.ch/news/gesellschaft/im-alter-von-90-jahren-erich-von-daeniken-der-schweizer-bestseller-autor-ist-tot – Abgerufen am 21. Januar 2026.
4.) News: ORF.at: „1935-2026: Erich von Däniken ist tot“ (Webartikel vom 11. Jänner 2026) Abgerunfen unter: https://orf.at/stories/3416832/ – Abgerufen am 21. Januar 2026.
5.) Wikipedia: „Erich von Däniken“ (Webartikel). Abgerunfen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_D%C3%A4niken – Abgerufen am 21. Januar 2026.

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